Schloss Plön

Schloss Plön

Das Schloss Plön war, seit seiner Erbauung im 17. Jahrhundert – während des 30-jährigen Krieges – eines der größten Schlösser Schleswig und Holsteins. Es ist heute das einzig erhaltene in Höhenlage.

Es verfügt seit je her über eine äußerst wechselvolle Geschichte. Unter anderem als Kadettenschule und Internat war es zuletzt im Besitz des Landes Schleswig-Holstein, musste jedoch zu guter Letzt auf Grund einer vom Land nicht finanzierbaren, jedoch dringend notwendigen Sanierung verkauft werden.

Seit dem Januar 2002 gehört es aktuell der Fielmann Akademie Schloss Plön und dient dieser als Ausbildungs- und Qualifizierungsstätte der Augenoptik. Nachdem dies viele Jahre nicht möglich war, ist das Schloss heute, in begrenztem Umfang, wieder für Besucher geöffnet und auf jeden Fall einen Blick wert.

Anlässlich der Hochzeit Herzog Joachim Ernst von Schleswig-Holstein-Plön mit der Gottorfer Prinzessing Dorothea Augusta, beschloss der Landesherr den Bau eines repräsentativen Schlosses für sich und seine Familie – eine Residenz der Herzöge von Plön.

Finanziert wurde der Schlossbau durch die ansehnliche Mitgift der Braut. Erbaut wurde das Schloss anstelle der alten Plöner Burg, welche 1632 auf Geheiß des Herzogs abgerissen wurde. Die Bauzeit betrug 3 Jahre, was unter Berücksichtigung des gerade stattfindenden 30-jährigen Krieges eine beachtliche Leistung darstellt.

Das Schloss Plön entwickelte sich schnell zum kulturellen Zentrum des Herzogtums. Im Zuge dessen, gründet Joachim Ernst, Sohn des Herzogs, die große Schlossbibliothek, welche heute bereits auf 10.000 Bände angewachsen ist. Dank des Interesses des Herzogs an Physik und Optik, nennt das Schloss noch heute eine große Sammlung verschiedener optischer Geräte und Messinstrumente sein Eigen.

In den Folgejahren diente das Schloss seinen Nachfahren als Residenz, stand letztlich dennoch auf Grund eines fehlenden männlichen Nachkommen ab 1722 leer. Nach Ablauf von 7 Jahren ging das Schloss teilweise an seine Gläubiger.

Ab 1729 führte Herzog Friedrich Karl das Schloss zurück zu seiner kulturellen Blütezeit und führte die Barocke Hofhaltung wieder ein. Auch ließ er das Innenleben des Schlosses im Stile des Rokoko umbauen und die Schlossanlage um die heute noch erhaltenen Gebäude des Schlossplatzes – den Marstall, das Reithaus sowie das Gartenschlösschen (das heutige Prinzenhaus) erweitern.

Bis zum Tode Friedrich Karls 1761 blieb das Schloss Residenz der Plöner Herzöge. Auf Grund des Todes Friedrich Karls ohne männlichen Erben, viel das Herzogtum mit dem Tod des Herzogs zurück an das dänische Könighaus.

Dieses richtete ab 1833 eine Gelehrtenschule in den Räumen des Schlosses ein. Ab 1840 war es außerdem die offizielle Sommerresidenz des dänischen Königs Christian VIII.

Dieser renovierte Teile des Schlosses im Stile des Klassizismus, erhielt hierbei den weißen Außenputz. Während des Deutsch-Dänischen-Krieges geriet das Schloss Plön 1864 in preußischen Besitz. In dieser Zeit, genauer gesagt im Jahre 1868, wurden große Teile der Inneneinrichtung entfernt und ins Kieler Schloss verbracht, wo sie 1942 nach einem Luftangriff im 2. Weltkrieg verbrannten.

Zu dieser Zeit begann der Umbau des Plöner Schlosses im Inneren in einem kasernenartigen Stil. Aus der Residenz der Herzöge und der dänischen Sommerresidenz wurde eine Kadettenanstalt für die preußische Provinz Schleswig-Holstein. In dieser erhielten unter anderem die Söhne des deutschen Kaisers Wilhelm II, ab Ende des 19. Jahrhunderts, Ihre Ausbildung. Hierfür wurde das Gelände um das Prinzenhaus auf der Prinzeninsel, einen Lehrbauernhof sowie einen Lehrbahnhof, dem Prinzenbahnhof, vor dem Schloss sowie einer Bahnstrecke erweitert.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und dem Verbot von Militärschulen durch den Vertrag von Versailles wurde aus der Kadettenanstalt ab 1920 eine staatliche Bildungsanstalt nichtmilitärischen Zwecken.

In den Anfangsjahren des 2. Weltkrieges, genauer ab dem 1. Mai 1933, wandelten die Nationalsozialisten das Plöner Schloss in eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt, offiziell NPEA oder umgangssprachlich „Napola“. Diese wurde anfangs nach SA Führer Ernst Röhm benannt, nach dessen Ermordung 1934, in NPEA Plön umbenannt.

Die Napolas galten in der damaligen Zeit als Eliteschulen der Nationalsozialisten. Geschlossen wurde die Napola am 23. April 1945, kurz vor der Einnahme durch die Briten.

Beide Weltkriege überstand das Schloss ohne kriegsbedingte Zerstörungen. Auch nicht, während es 1945/46 als Hauptquartier von den Briten genutzt wurde.

Fast von jeher war das Plöner Gymnasium Teil des Schlosses. Bis 1933 unter dem Namen Kaiserin-Augusta-Viktoria-Gymnasium, ab 1946, mit offizieller Genehmigung der britischen Militärregierung dann „Staatl. Internat Schloss Plön“ für Jungen und Mädchen.

Die Jungen wohnten direkt im Schloss, die Mädchen wurden im Prinzenhaus untergebracht. Die Verwaltung des Gymnasiums wurde im Bootshaus und weiteren Nebengebäuden untergebracht. Der Unterricht erfolgte im benachbarten Internatsgymnasium Schloss Plön, dem heutigen Gymnasium Schloss Plön in der Prinzenstraße.

Die Nutzung des Schlosses als Wohnhaus hinterließ deutliche Spuren an dem alten Schlossgebäude, das zunehmend sanierungsbedürftiger wurde. Gutachten in den Jahren 1986/1988 ergaben einen Investitionsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe. Da das Land Schleswig-Holstein sich nicht in der Lage sah, neben dem unwirtschaftlichen Betrieb des Internatseine denkmalgerechte Sanierung des Hauses durchzuführen, wurden ab 1992 Teile des Schlosses, sowie ab 1995 Teile der Nebengebäude verkauft.

Hierdurch bedingt, folgte 2001 die Schließung des Internats. Um die finanziellen Mittel zeitweise etwas aufzubessern, diente das Schloss mehrfach als Film- und Serienkulisse.

2002 erfolgte dann der finale Verkauf an die Fielmann Akademie Schloss Plön für € 3,6 Millionen. Zitat Günther Fielmann:

„Als wir das Schloss 2002 übernahmen, befand es sich in einem beklagenswerten Zustand. Die großzügigen Korridore aus dem Barock waren mit Leichtbauwänden zu Schülerzimmern umfunktioniert, Grundriss und Raumfolge waren nicht mehr erlebbar, fortgeschrittene Bauschäden, wohin man blickte.“

Innerhalb von 4 Jahren und mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro sowie einer Landesförderung in Höhe von 11,8 Millionen Euro wurde das Schloss Plön denkmalgerecht Instand gesetzt. Die Arbeiten wurden 2006 abgeschlossen. Heute dient das Schloss Plön als Aus-, Fort- und Weiterbildungsanstalt für Fach- und Führungskräfte des Augenoptikerhandwerks. Einige herzogliche Prunkräume des Ostflügels mit einer Rokoko-Ausstattung sind erhalten geblieben und im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Heute ist das Schloss Plön das 2. Größte Schloss Schleswig-Holsteins. Größtes ist das Landesmuseum Schloss Gottorf. Weiterhin ist sie die einzige, weitgehend erhaltene Schlossanlage aus der Bautätigkeit der Plöner Herzöge.

Westlich des Schlossplatzes befanden sich einst die Gebäude der Vorburg, welche 1745 durch ein Großfeuer weitestgehend zerstört wurden. Hierdurch wurden die Voraussetzungen für den Bau einer Reitbahn geschaffen. Die anliegenden Bauwerke wie Marstall und die große Reithalle bilden zusammen mit einigen weiteren Bauwerken den heutigen Schlossplatz. Unterhalb des Schlosses befindet sich weiterhin die Schwimmhalle, ein Jugendstilbau aus dem Jahre 1908.

Ursprünglich den Söhnen Kaiser Wilhelms als Schwimm- und Sportbad errichtet, behielt es diese Funktion auch während der Internatszeit bei. 1994, kurz vor Ende des Internatsbetriebs, wurde das Schwimmbad geschlossen und das Gebäude anschließend saniert. Heute beheimatet es das Kulturforum der Stadt Plön sowie einen Gastronomiebetrieb.

Südlich der Schlossauffahrt steht die sogenannte Kommandeursvilla, das Wohnhaus des Kommandanten der Kadettenanstalt. Ein Neorenaissancebau, gebaut zwischen 1895 und 1897, dessen Gestaltung sich an die Treppentürme des Schlosses im 19. Jahrhundert anlehnt.

Heute beheimatet die Kommandeursvilla Wohnungen.

Weiterhin am Schlossplatz zu finden ist der Marstall, ein langgezogener Spätbarockbau aus der Zeit 1745-1750. Ursprünglich als Pferdestall konzipiert, diente dieser zwischendurch als Turnhalle. Heute finden sich in ihm Klassenräume, Sekretariat sowie die Bibliothek der Meisterschule.

Rechter Hand des Marstalls befindet sich das ehemalige Lazarett. Erbaut 1896/97 im wilhelminischen Stil diente es der Kadettenanstalt als Krankenhaus. Heute dient es als Wohnhaus mit privaten Wohnungen.

Am westlichen Ende des Platzes liegt das 1746 errichtete Reithaus, wegen der Uhr im Giebelfeld auch Uhrenhaus genannte. Ursprünglich für Turniere und andere Reitereignisse genutzt, wurde es 1892 zum Wohnhaus umgebaut und beheimatet heute das Informationszentrum des Naturpark Holsteinische Schweiz sowie wechselnde Ausstellungen.

Der heutige Schlosspark entstand aus mehreren Vorgängergärten, die im Laufe der Jahrhunderte angelegt und später vernachlässigt wurden. Die erste Gartenanlage des Schlosses befand sich direkt unterhalb des Schlossberges. Der Südhang wurde nach Baubeginn der Residenz als Weinberg angelegt. Im 18. Jahrhundert wurde ein Barockgarten angelegt, welcher dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit Rechnung tragen sollte.

Auf Grund der Höhenlage des Schlosses sowie der Umrandung an zwei Seiten des Schlosses durch die Stadt Plön, konnte keine auf das Schloss im Mittelpunkt konzipierte Anlage angepflanzt werden. Stattdessen wurde das Gelände hinter der Reitbahn als Standort für den Park gewählt und auf den zentralen Pavillion ausgerichtet, das spätere Prinzenhaus.

Nach Ende des Herzogtums verwilderte die Parkanlage zusehends und vollständig auf Grund mangelnder Pflege. Leider zieht sich dies bis in die jüngste Zeit hin, sodass die heutige Parkanlage dem Schloss aus meiner Sicht in keinster Weise gerecht wird.

Dennoch lohnt sich ein Besuch, ob nun mit Besichtigung oder ohne, auf jeden Fall. Nutzt den Wanderweg vom Schloss über die Prinzeninsel und zurück und genießt den direkt am Plöner Seeufer entlangführenden Strandweg. Allein die Prinzeninsel ist mit ihrer Naturschönheit einer der schönsten Plätze Schleswig-Holsteins.

Unterhalb des Schlosses, beginnend am Strandweg in der Plöner Innenstadt, startet der Planeten-Pfad. Ein Meter des Strandweges entspricht zwei Millionen Kilometer am Himmel. Inmitten der Holsteinischen Schweiz könnt Ihr Euch auf die beeindruckende Reise in unser Sonnensystem begeben und das Größenverhältnis des Universums erleben bzw. erlaufen.

Der Planetenpfad führt Euch entlang des Großen Plöner Sees und stellt ein maßstabsgetreues Modell des Sonnensystems im Maßstab 1:2 Milliarden dar. Infotafeln entlang des Weges erzählen Euch viel Wissenswertes über die einzelnen Planeten.

Mit der weithin sichtbaren Modellsonne auf der Anlegestelle Marktbrücke startet der Pfad und schon mit wenigen Schritten erreicht Ihr die inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und den Mars. Für die äußeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, müsst Ihr dann schon etwas laufen. In weniger als einer Stunde, nach etwa 2,7 Kilometern, erreicht Ihr den äußersten Planeten Neptun am Südende der Prinzeninsel.

Für den Rückweg könnt Ihr dann zwischen Schifffahrt und Wanderweg wählen. Auf dem Rückweg bietet sich der Umweg durch den Schlossgarten zum Prinzenhaus und wieder zurück zum Plöner Schloss an.

Viel Spaß beim Entdecken und wandeln durch vergangene Zeiten…

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen und die Möglichkeit, einzelne Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.