Kronberg i. Ts., Deutschland

Schlosshotel Kronberg

Schlosshotel Kronberg

Vom Schloß zum Luxushotel mit besonderem Flair

Das Schlosshotel Kronberg wurde von 1889 bis 1894 als Ruhe- und Witwensitz für die ehemalige deutsche Kaiserin Victoria (Kaiserin Friedrich) in einer Mischung aus deutscher Renaissance mit Anklängen neugotischen Tudorstils sowie einheimischem Fachwerk errichtet. Im Andenken und zu Ehren ihres verstorbenen Gemahls Friedrich III. wurde es auch Schloss "Friedrichshof" genannt.

Friedrich Wilhelm wurde am 18. Oktober 1831 als einziger Sohn des Prinzen Wilhelm von Preußen und seiner Gemahlin Augusta im Neuen Palais in Potsdam geboren. Nach dem Tod von König Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1861, besteigt Friedrich Wilhelms Vater als nachfolgender König, unter dem Namen "Wilhelm I." den Thron.

1840, genau am 21. November, erblickt Victoria als erstes Kind der Königin Victoria von England und des Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha auf Schloss Kensington das Licht der Welt. Am 10. Februar 1841 wird sie auf den Namen Victoria Adelheid Marie Luise getauft. Sie ist somit auch die älteste Tochter der Queen Viktoria von Großbritannien und ihrem Gemahl Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Anlässlich der Eröffnung der ersten Weltausstellung 1851 in London begegnen sich Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und die Prinzessin Victoria zum ersten Mal. Zwei Jahre später, im Jahre 1853, folgt ein weiterer Besuch, bei dem Victoria dem preußischen Prinzen zum Abschied eine Zeichnung widmet.

Impressionen aus dem Schloss

Weitere zwei Jahre später, im September 1855, erfolgt der dritte Besuch Prinz Friedrich Wilhelms in England. Bereits bei diesem Besuch erfolgt die Bekanntgabe der Verlobung des jungen Paares im Familienkreis. So schnell kann es in adligen Kreisen manchmal gehen.
Die offizielle Bekanntgabe der Verlobung des Prinzen von Preußen mit der Princess Royal von Großbritannien und Irland erfolgt im Mai 1857, kurz darauf übernimmt Prinz Wilhelm die Regentschaft für seinen erkrankten Bruder König Friedrich Wilhelm IV.

Auf Wunsch Ihrer Königlichen Hoheit, Königin Victoria, findet die Hochzeit am 25. Januar 1858 in der königlichen Kapelle des St. James Palastes statt. Im Jahre ihrer Hochzeit ist die spätere Kaiserin Friedrich gerade einmal 17 Jahre alt. Der Triumphzug des jungen Paares endet mit einem jubelnden Empfang in Berlin und einem Galadinner im Königlichen Schloss am 8. Februar. Es war eine Heirat aus Liebe, was in der damaligen Zeit nicht zwangsläufig alltäglich war. Prinzessin Victoria und ihr zukünftiger Gemahl hatten viele gemeinsame politische und künstlerische Interessen.

Die zukünftige Kaiserin und ihr Gemahl standen für ein liberales Regierungssystem, eine Milderung der Klassengesetze sowie eine soziale Volkserziehung. Für diese liberale Einstellung wurden die beiden von der preußischen Regierung sehr kritisch beobachtet. So wurde ihnen verweht, in ihrer neuen Heimat richtig Fuß zu fassen und eine Beziehung zu ihrem Volk aufzubauen. Dies ging aus den später gefundenen Briefen an ihre Frau Mutter (ihrer engsten Vertrauten) hervor. Ihr ärgster Widersacher war Bismarck, dessen Außenpolitik weitgehend auf Russland ausgerichtet war. Dieser begegnete England mit größtem Misstrauen.
Bereits ein Jahr nach ihrer Vermählung wird das erste Kind des Kronprinzenpaares Prinz Wilhelm geboren. Auf Grund von Komplikationen bei der Geburt bleiben Wilhelms Schulter und der linke Arm behindert. Hierunter leidet Wilhelm ein Leben lang.

Impressionen aus dem Schloss

Im Jahre 1860, genauer am 24. Juli, erfolgt die Geburt von Prinzessin Charlotte als erstgeborene Tochter. Ein Jahr später stirbt Friedrich Wilhelm IV. Ende 1861, am 14. Dezember, stirbt in London der Vater der Kronprinzessin Victoria, Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Nach soviel schmerzvollen Ereignissen ging es 1862 wieder aufwärts. Am 14. August wird Prinz Heinrich, der zweite Sohn des Kronprinzenpaares, im Neuen Palais geboren. Im gleichen Jahr wird Bismarck preußischer Ministerpräsident.

Die von der Regierung 1863 erlassene sogenannte Pressordonanz stößt allgemein auf Empörung. So auch bei Friedrich Wilhelm. Von Danzig aus kritisiert dieser die Einschränkung der Pressefreiheit und stellt sich damit öffentlich gegen seinen Vater.

Ein Jahr später; der Krieg Österreichs und Preußens gegen Dänemark wird zugunsten Preußens durch die Erstürmung der Düppeler Schanze am 18. April 1864 entschieden und mit dem Frieden von Wien am 30. Oktober beendet. Dänemark tritt die drei Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich ab. Friedrich Wilhelm ist während des Krieges mit Dänemark Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Division. Freudiges abseits des Krieges ist die Geburt des zweiten männliches Nachkommen, Prinz Sigismund am 15. September1864.

Als Oberkommandierender der II. Armee zeiht Kronprinz Friedrich Wilhelm 1866 in den Krieg gegen Österreich. In diesem Kriegsjahr wird im April die zweite Tochter, Prinzessin Victoria, geboren. Wenige Wochen später, am 18. Juni, stirbt der Zweitgeborene Prinz Sigismund an Hirnhautentzündung.

Der Rosengarten

Am 10. Februar 1868 gebärt Kronprinzessin Victoria den Prinzen Waldemar. Dieses Ereignis ist ein kleiner Trost für den frühen Tod des Prinzen Sigismund knapp zwei Jahre zuvor.

1869 eröffnet Kronprinz Friedrich Wilhelm den Suez Kanal. Unter dem Titel "Tagebuch meiner Reise nach dem Morgenlande" publiziert der Kronprinz seine Eindrücke.

Wieder in die Kriegszeit Juni 1870 fällt die Geburt der Tochter Sofie. Einen Monat später erfolgte die Mobilmachungsorder gegen Frankreich. Kronprinz Friedrich Wilhelm nimmt als Oberkommandierender teil und erlangt durch die Erstürmung von Weißenburg und Wörth militärischen Ruhm. Victoria organisiert und verbessert von Bad Homburg aus die Lazarettversorgung am Rhein.

1971 wird das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Wilhelm I. nimmt entgegen ersten Bedenken am 18. Januar in Versailles den deutschen Kaisertitel an. Kronprinz Friedrich Wilhelm erhält das Protektorat über die königlichen Museen in Berlin.

Am 22. April 1872 wird Prinzessin Margarethe, als achtes Kind der Kronprinzessin geboren. Patin ist Königin Margarete von Italien, die zur Taufe nach Potsdam anreist.

1876 nimmt die Königin den Titel "Kaiserin von Indien" an. Zwei Jahre später heiratet Charlotte, die älteste Tochter, den Prinzen Bernhard von Sachsen-Meiningen. Bernhard regierte von 1914 bis zu Abdankung für vier Jahre als Herzog von Sachsen-Meiningen. Am 11. Mai erfolgt ein Attentat auf Kaiser Wilhelm I.. Auf Grund seiner schweren Verletzungen durch ein erneutes Attentat kurze Zeit später, übernimmt Kronprinz Friedrich Wilhelm die Stellvertretung. Die jüngere Schwester der Kronprinzessin, Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein, stirbt an Diphtherie.

Der Golfplatz

1879 verliert das Kronprinzenpaar zum zweiten Mal ein Kind. Prinz Waldemar stirbt am 27. März, wie die Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein, an Diphtherie. In diesem Jahr feiert das Kaiserpaar seine Goldene Hochzeit.

Am 27. Februar 1881 heiratet Prinz Wilhelm die Tochter des Herzogs von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, Prinzessin Auguste Victoria. Zwei Jahre später feiert das Kronprinzenpaar seine silberne Hochzeit.

Im Herbst 1886 treten beim Kronprinzen ersten Anzeichen einer Kehlkopferkrankung auf. Dennoch reist der erkrankte Kronprinz Friedrich Wilhelm kurz darauf zur Feier des 50-jährigen Regierungsjubiläum seiner Schwiegermutter Königin Victorias nach England. Als die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung festgestellt wird, lehnen Friedrich Wilhelm und Victoria eine Operation ab. Knapp zwei Jahre später rettet ein Luftröhrenschnitt den Kronprinzen vor dem Erstickungstod in San Remo.

Im selben Jahr am 9. März stirbt Kaiser Wilhelm I. Nach seinem Tod besteigt sein Sohn, der sich als Kaiser Friedrich III. benennt, den Thron. Bereits am 15. Juni, nach nur 99-tägiger Amtszeit verstirbt auch Kaiser Friedrich III. im Neuen Palais in Potsdam. Er wurde 91 Jahre alt. Hieraufhin folgt sein Sohn Kaiser Wilhelm II. in der Thronfolge. Die durch den Tod ihres Gemahls ausgelöste Verzweiflung ging ins Grenzenlose. Der Tod der Gräfin Gallieras im Dezember 1888 brachte größere finanzielle Mittel. Diese setzte Kaiserin Friedrich als Teilerbin ihres Vermögens ein.

Prinz Wilhelm der II wollte nicht, daß die Kaiserin in Potsdam und somit in der Nähe von Berlin verbleibt. So fand man dann die Villa in Kronberg mit ihrem schönen Park. Victoria war eine begeisterte Reiterin und hat sehr viel Wert auf einen mustergültigen Reitstall gelegt. Der Marstall sieht mehr aus wie ein stattlicher Gutshof als ein Reitstall.

Gleich darauf erfolgte der Abschluss des Kaufvertrages über die Villa Schönberg bei Kronberg im Taunus. Diese wurde kurz darauf abgerissen.

Im Jahre 1889 begannen dann endlich die Bauarbeiten von Schloss Friedrichshof dem heutigen Schlosshotel Kronberg. Architekt ist Ernst Eberhard von Ihne. Weiterhin heiratet Prinzessin Sofie Prinz Konstantin, den späteren König von Griechenland.

1890 verstirbt Kaiserin Augusta. Auf Grund von Differenzen mit Kaiser Wilhelm II. bezüglich der Kompetenz von Ressortministern reicht Bismarck sein Abschiedsgesuch ein. Prinzessin Victoria heiratet Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe am 19. November in Berlin. 1891 macht Kaiser Wilhelm II. die alte Burg in Kronberg seiner Mutter zum Geschenk. Er wusste, dass es ein Herzenswunsch von ihr war, das Wahrzeichen Kronbergs vor dem Verfall zu retten. Sie finanzierte die Restauration der alten Burg, die ohne ihr eingreifen wohl verfallen wäre. Der Springbrunnen vor dem heutigen Schloss wurde in Anlehnung an den Renaissancebrunnens in Trient gebaut. 1893 erfolgt die Hochzeit von Prinzessin Margarethe und Prinz Friedrich Karl von Hessen.

1894 ist Schloss Friedrichshof bereit zum Einzug. Diese Gelegenheit lässt sich Kaiserin Friedrich nicht entgehen und verbringt ihren ersten Sommer in Kronberg im Taunus. Sie ließen bereits damals schon eine Zentralheizung und ein Belüftungssystem einbauen, weiterhin einen Aufzug für das Gepäck der Gäste und für Lieferanten. Dies war für die damalige Zeit revolutionär.

Die Innenausstattung bestand aus gesammelten Kunstwerken von ihr und Repliken in Anlehnung an bekannte Kunstwerke.

Nach dem Bau siedelten sich immer mehr reiche Leute in Kronberg an, so erhöhte sich der Wohlstand in Kronberg. Mit der finanziellen Hilfe der Kaiserin wurde dann auch der Park zwischen Kronberg und Schönberg angelegt der seitdem mit zum Schlosspark gehört, heute jedoch außerhalb des eigentlichen Geländes liegt. Weiter erhielt Kronberg durch ihre Hilfe ein Krankenhaus, eine öffentliche Bücherei, eine Volksschule in Schönberg sowie ein Altersheim für Bedürftige.

Victoria liebte Besuch und so wurde Schloß Friedrichshof ein Zentrum der Gastfreundlichkeit. Sie kümmert sich auch persönlich um das Schloß, die Personalhäuser, Küche, Wäscherei, den Rosengarten und malte mit Leidenschaft, las sehr viel und verfolgte genau den Aufbau ihrer Bibliothek. Weiter führte sie auch jegliche Korrespondenz selbst.

Im Schloss Rumpenheim werden 1896 als Zwillinge die Prinzen Philipp und Wolfgang von Hessen geboren, Kaiserin Friedrich übernimmt die Patenschaft der Kinder ihrer Tochter Margarethe. Ein Jahr später 1897 feiert Königin Victoria ihr 60-jähriges Regierungsjubiläum. Die Kaiserin kann aus gesundheitlichen Gründen nicht nach England reisen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. 1898 erleidet die Kaiserin einen Reitunfall. Die Folgen hieraus bereiten der Kaiserin große Beschwerden. Kurz darauf stellen Ärzte in England fest, dass die Beschwerden nicht mehr aus dem Reitunfall sondern aus einem Krebsleiden resultieren. Ein großer Schock. Der medizinische Befund der britischen Kollegen wird ein Jahr später von Prof. Renvers in Berlin bestätigt.

Im Jahre 1900 findet anlässlich des 82-jährigen Geburtstags Königin Victorias ein Familientreffen auf Schloss Friedrichshof statt. In diesem Jahr stirb Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha.

Am 22. Januar 1901 stirbt Queen Victoria. Kaiserin Friedrich konnte den Aufenthalt in Kronberg leider nur 5 Jahre genießen. Nach Ihrem schweren Reitunfall im Spätsommer 1899 begann Ihr qualvolles Leiden. Am 05.August 1901 erlöste Sie der Tot.
Die Trauerfeier fand in der Johanniskirche in Kronberg statt, zu welcher sehr viel Blaues Blut teilnahm. Anschließend wurde ihr Sarg in das von ihr erbaute Mausoleum an der Friedenskirche in Potsdam gebracht, wo bereits Kaiser Wilhelm I seine letzte Ruhe fand.
Eine sehr schöne Sage besagt, dass die Kaiserin ihre letzten Tage in ihrem Atelier mit Blick zum Fenster verbrachte. Am Tag ihres Todes flog ein kleiner, bunter Schmetterling zum Fenster herein, umflog das Bett und mit dem Verlassen des Zimmers durch das Fenster, schlief die Kaiserin ein.

Das Schloss mit dem gesamten Inventar, den verschiedenen Kunstsammlungen und ihrem schriftlichen Nachlass hinterließ die Kaiserin ihrer jüngsten Tochter, der Landgräfin Margarethe von Hessen.

Mit dem Einmarsch der Amerikaner wurde Schloß Friedrichshof 1945 beschlagnahmt. Die Bewohner mussten in das sogenannte Cottage auf dem Schlossgelände umsiedeln. Das Schloß wurde bis 1953 als Truppenunterkunft und Offiziersclub benutzt. Der überwiegende Teil der vorhandenen Kunstwerke, so auch der Familienschmuck kam abhanden. 1945 wurden hier die hessischen Kronjuwelen im Wert von 250 Millionen Dollar von amerikanischen Offizieren gestohlen, in Einzelteile zerlegt und anschließend in der Schweiz verkauft. Nach Verhandlungen erhielt das Haus Hessen die verbliebenen Juwelen zurück. Ein Teil des Schatzes ist bis heute verschollen.

Nach der Rückgabe des Schlosses, war ein unheimlicher Schaden festzustellen. So schien es unmöglich, den alten Zustand wieder herzustellen. Landgraf Friedrich Karl verstarb 1940, Landgräfin Margarethe 1954 beide verstarben, ohne "Ihr Schloß" noch einmal betreten zu dürfen. Nach langem Überlegen der Söhne wurde Schloß Friedrichshof dann zum Schloßhotel Kronberg umgebaut. Bereits Eisenhower legte einen 9-Loch Golfplatz an, welcher dann erweitert und integriert wurde. 1923 wurde die Kurhessische Hausstiftung gegründet und der Besitz Kaiserin Victorias an diese übertragen die heutige Hessische Hausstiftung.

Bei der Umwandlung zum Hotel ist des Dank des Landgrafen Phillipp von Hessen (ein Enkel der Kaiserin Victoria) gelungen jenes künstlerische Ambiente und die einmalige Atmosphäre wie es heute noch ist zu bewahren.

1967 wurde im Dachgeschoß Feuer gelegt, danach wurde das Haus noch einmal zum heutig bekannten Schloßhotel umgebaut. In den Räumen des Hotels befinden sich noch große Teile des ursprünglichen Mobiliars sowie Kunstwerke aus der Sammlung von Kaiserin Victoria. Auch ihre umfangreiche Bibliothek ist noch vorhanden. In Teilen des Schlossparks befindet sich ein 18-Loch-Golfplatz des Golf- und Landclub Kronberg, ein weiterer Teil des ehemaligen Schlossparks ist öffentlicher Stadtpark.




Heiraten im Schloßhotel

Das Schloßhotel Kronberg ist offizielle "Außenstelle" des örtlichen Standesamtes. Dies beschränkt sich
auf die Bibliothek Ihrer Königlichen Hoheit Kaiserin Victoria Friedrich. Die Bibliothek ist noch im Originalzustand
erhalten geblieben und einer der schönsten Räumlichkeiten innerhalb des Schloßhotels.

Impressionen Bibliothek